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Aslan und ich - Erinnerungen an ein früheres Leben


Ich sehe endlose Weiten aus Schnee. Eisiger Wind peitscht über das Land, und die Kälte dringt bis in die Knochen. Ich bin ein großer, athletischer Mann mit dunklem Haar und dunklen Augen. Mein Zuhause liegt irgendwo in den verschneiten Landschaften Russlands.

Mein Leben verbringe ich auf dem Schlitten, gezogen von meinen Huskys. In meiner Region gelte ich als einer der angesehensten Schlittenfahrer. Doch der wichtigste Gefährte an meiner Seite ist nicht irgendein Hund.


Es ist Akio. Ein sibirischer Husky mit strahlend hellblauen Augen. Der Anführer meines Rudels. Mein treuester Freund. Die Seele, der ich mein Leben anvertraue. Zwischen uns besteht ein Band, das tiefer ist als Worte.


Doch ich trage auch eine schwere Last in mir: meine Trunksucht. Immer wieder verliere ich mich im Alkohol und versuche, etwas zu betäuben, das ich selbst nicht verstehe.

Eines Tages breche ich trotz eines aufziehenden Eissturms auf. Ich habe getrunken. Der Wind heult, der Schnee nimmt mir die Sicht. Dann geschieht es. Ich stürze.

Mein Kopf schlägt hart auf das Eis. Alles wird dunkel.


Meine Hunde laufen weiter. Nicht aus Verrat, sondern aus Instinkt. Sie kämpfen ums Überleben. Während ich regungslos im Schnee liege, übernimmt Akio die Führung. Er bringt das Gespann zu einer nahegelegenen Siedlung. Als die Menschen ihn sehen, spüren sie sofort, dass etwas nicht stimmt.


Sie folgen ihm. Akio führt sie zurück zu mir.

Er bringt Hilfe. Doch für mich kommt sie zu spät.


Ich spüre die Kälte, die sich immer weiter in meinem Körper ausbreitet. Mein Herz wird schwer. Die Geräusche des Sturms werden leiser. Und dann fühle ich etwas, das sich kaum beschreiben lässt:

Meine Seele beginnt sich von meinem Körper zu lösen.

Trotz allem empfinde ich keinen Schmerz mehr.

Nur Frieden.


Und das Letzte, was ich wahrnehme, sind Akios hellblaue Augen. Voller Treue, Liebe und einer Verbundenheit, die weit über dieses eine Leben hinausreicht.

In diesem Moment wird mir bewusst, dass wahre Seelenverbindungen niemals verloren gehen. Sie verändern ihre Form, doch sie verschwinden nicht.


Ich glaube nicht an Zufälle. Ich glaube nicht, dass unsere Tierseelen einfach zufällig in unser Leben treten. Wir sind miteinander verbunden, verwoben durch Zeit und Raum, eingebunden in Erfahrungen, die sich über viele Inkarnationen erstrecken.

Wenn ich heute in die Augen meiner Katze Aslan blicke, erkenne ich dieselbe vertraute Energie. Dieselbe tiefe Ruhe. Dieselbe bedingungslose Liebe, die mich einst durch die eisigen Landschaften Russlands begleitet hat.


Tief in meinem Herzen weiß ich, dass Akio und Aslan dieselbe Seele tragen.

Eine Seele, die mich damals bis zu meinem letzten Atemzug begleitet hat und die den Weg zurück zu mir gefunden hat, um auch in diesem Leben wieder an meiner Seite zu sein.

Manche Verbindungen enden nicht mit dem Tod. Sie reisen mit uns weiter, von Leben zu Leben, bis sich unsere Wege erneut kreuzen.


 
 
 

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